ECDC Warnung vor Candida auris

// , Silke Pfohl

Am 20.12. hat das ECDC eine Warnung vor Candida auris veröffentlicht (http://ecdc.europa.eu/en/publications/_layouts/forms/Publication_DispForm.aspx?List=4f55ad51-4aed-4d32-b960-af70113dbb90&ID=1620). Darin wird vor Ausbrüchen mit dieser schwer zu identifizierenden und in der Regel Fluconazol-resistenten Art gewarnt. Bereits im Juli 2016 hatte das NRZMyk auf Basis einer CDC Veröffentlichung seine Einsender über Candida auris informiert (link zu unserer Stellungnahme). Bisher ist dem NRZMyk aus Deutschland nach wie vor nur ein singulärer Fall bekannt (Stand 20.12.2016).

Das entsprechende Isolat wurde im August 2016 im Bruker MALDI/TOF System korrekt als Candida auris identifiziert. Im BioMerieux /Shimatsu System sowie bei der Identifizierung mittels Vitek kam es zu Fehlidentifizierungen als Candida haemulonii (Vitek) oder Candida parapsilosis (BioMerieux /Shimatsu MALDI/TOF). Diese Tests wurden in Zusammenarbeit mit den Mikrobiologischen Instituten in Erlangen (PD Dr. Held) und Tübingen (PD Dr. Liese) durchgeführt.

In der EUCAST Mikrodilutionstestung wies das C. auris Isolat hohe MHKs für Echinocandine (Anidulafungin 0.5 µg/ml) und Fluconazol (≥64 µg/ml) auf, während andere MHKs nicht sicher auffällig waren (Itraconazol 0.5 µg/ml; Voriconazol 1 µg/ml; Posaconazol 0.03 µg/ml;  Amphotericin B 1 µg/ml).

Wir bitten weiterhin darum, alle potenziellen Candida auris Isolate an das NRZMyk zu senden. Dies betrifft insbesondere:

  • alle Isolate der Art C. auris (sowohl bei reiner Kolonisation als auch bei klinisch relevanten Nachweisen)
  • Isolate von invasiven Infektionen, die mittels kommerzieller Assays als Candida haemulonii, Candida parapsilosis, Candida sake, Rhodotorula glutinis oder andere seltene Candida spp. oder  Saccharomyces cerevisiae identifiziert werden, insbesondere bei gleichzeitigem Nachweis von hohen Fluconazol MHK Werten
  • Isolate, die mittels kommerzieller Assays als non-albicans Candida spp oder S. cerevisiae identifiziert werden und in ungewöhnlicher Häufung (> 3 Fälle) auftreten

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